Der Juister Heino Behring erklärt das Watt!

Zwischen Ebbe und Flut nimmt Wattführer Heino Behring auf der Nordseeinsel Juist Urlauber mit ins Watt und erklärt, wie wichtig es ist, diesen Lebensraum zu schützen.

von Dörte Nohrden

„Autsch, jetzt hat sie zuge­schnappt“, flucht Watt­führer Heino Behring und
grinst dann doch. Mit seiner roten Allwet­ter­hose kniet er im schlam­migen
Watt und buddelt ein Loch. Dann beför­dert er etwas zutage, hält es hoch in die Runde. „Dies ist eine Sand­klaff­mu­schel“, erklärt er. Ein etwa 20 Zenti­meter langer, daumen­di­cker Rüssel baumelt aus ihr
heraus. „Die Muschel filtert hier­durch ihre Nahrung“, so Behring. „Ihr marschiert gerade auf einem riesigen Orga­nismus, den wir drin­gend schützen müssen“, ruft der Ostfriese mit rauer Stimme gegen den heftigen Wind und läuft voraus. Ein Wunder, dass ihm die Seemanns­mütze nicht davonfliegt. 

Alle anderen Teil­nehmer zurren ihre Kapuzen fest, und die Barfuß­läufer sehnen spätes­tens nach einer halben Stunde warme Gummi­stiefel herbei. Bei jedem Schritt dafür ein herr­li­ches Schmatzen unter den Füßen, der Blick nach vorn. Kaum auszu­ma­chen, wo das Wasser am silbrig glit­zernden Hori­zont endet und der Himmel beginnt.

Erschienen in
Stutt­garter Zeitung

Schlagwörter

Juist, Nordsee, Ostfriesische Inseln, Ostfriesland, Umwelt, Unesco, Wattenmeer,