Reit­tour in Island: Ein Mann, ein Fjord, 24 Ponys

Einsam, karg und wild sind die Westfjorde im Nordwesten Islands.

von Dörte Nohrden

Dem Belgier Wouter Van Hoey­missen und seinen Island­ponys gefällt genau das. Eine Reit­tour durch weite Täler, zwischen Bergen und Atlantik.

Wouter Van Hoey­missen kommt mit einem Korb voller Reit­helme aus dem Stall und stellt sie unter den Vorsprung des Dachs. Ein Regen­schauer pras­selt auf uns nieder, der 39-Jährige begrüßt uns lächelnd. Er ist das unbe­re­chen­bare Wetter schließ­lich gewohnt, genauso wie seine 24 Island­ponys, die das ganze Jahr hindurch draußen leben. Die Tiere warten bereits fertig gesat­telt im Stall, damit sich die Sättel nicht voll Wasser saugen. Es duftet nach Leder und nach Pferd.

Krafla, Demona, Nói, Garpur, Glói – nach und nach führt Wouter die Ponys mit der wusche­ligen Mähne auf einen kleinen Platz und verteilt sie an uns, je nach Reit­er­fah­rung. Mir weist er Dama zu, eine freund­lich blickende, schwarze Island­pony-Stute. Ob sie trächtig sei, frage ich Wouter, ihr Bauch ist kugel­rund. „Nein, nur dick“, sagt er und lacht. „Sie frisst gern und schnell.“…