

Schottland: Okay, Orkney!
"Libby-J" schaukelt vor und zurück, zerrt an ihrer Leine, als könne sie es nicht erwarten, zurück aufs Meer zu kommen. In die Freiheit.
Doch Keith Harcus hat sein kleines Fischerboot für heute festgemacht und seinen Fang auf den Pier gehievt. Mehrere Holzkisten und ein schweres Netz voller Samtkrabben, dazu ein paar Hummer und ein Riesenkrebs.
Es ist acht Uhr morgens am Hafen von Kirkwall auf Mainland, der größten der schottischen Orkney-Inseln. Ein Transporter rollt pünktlich rückwärts die Rampe herunter. „Diese Ladung geht nach Spanien, in vier Tagen sind die Krebse dort“, sagt Harcus, während er die Kisten verlädt.
Der 42-Jährige arbeitet im zweiwöchigen Wechsel. Auf einer Fähre, die zwischen Kirkwall und seiner Heimatinsel Westray pendelt – und als Fischer. „Ich fange 300 bis 400 Kilogramm Krebse pro Woche“, sagt Harcus. „Für ein Kilo bekomme ich rund 2,20 Pfund, und an Weihnachten verdreifachen sich die Preise. Das ist ein gutes Geschäft.“…